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Szatmari – Textfragen

 
 
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Eugen Szatmari »Berliner Nächte«

Info

 


 

»Eldorado« war der Name von mehreren Vergnügungslokalen in Berlin. Hier wurde getanzt und Travestieshows (Shows bei denen vorwiegend Männer in Frauenkleidung auftreten) wurden aufgeführt. Dabei wandte sich die Unterhaltung nicht nur an Transvestiten und Homosexuelle. Auch Heterosexuelle konnten hier ihre Neugier und Schaulust befriedigen.

Am bekanntesten sind die zwei »Eldorados« in Schöneberg, die auch in dem Film und dem Theaterstück „Cabaret“ auftreten. »Cabaret« basiert auf dem Roman des Engländers, Christopher Isherwood, »Leb wohl, Berlin«. Isherwood lebte eine Zeit in der Nollendorfstraße in Schöneberg. Unweit von seiner Pension gab es zwei Lokale mit dem Namen »Eldorado«. Es ist unsicher, von welchem »Eldorado« in »Cabaret« die Rede ist. Es handelt sich entweder um das »Eldorado« in der Lutherstraße/Ecke Motzstraße, das 1927 gegründet wurde. Oder es handelt sich um das zweite »Eldorado« ganz in der Nähe in der Motzstraße/Ecke Kalckreuthstraße. Beide wurden Anfang der dreißiger Jahre von den Nationalsozialisten geschlossen. Als Grund wurde das unsittliche Nachtleben angegeben.

Nollendorfstrasse

Nollendorfstraße 17 wo Christopher Isherwood lebte.

Der Text der Tafel lautet:

HIER LEBTE VON MÄRZ 1929 BIS JAN/FEB 1933
DER ENGLISCHE SCHRIFTSTELLER
CHRISTOPHER ISHERWOOD
*26.8. 1904    ┼ 5.1. 1985
SEINE ROMANE »LEBWOHL BERLIN« UND
„MISTER NORRIS STEIGT UM“ BASIEREN AUF
SEINEN ERLEBNISSEN AUS DIESER ZEIT.
NACH MOTIVEN BEIDER ROMANE ENTSTAND
SPÄTER DAS MUSICAL »CABARET«.

 

Eldorado

Ecke Motzstraße/Kalckreuthstraße wo das zweite »Eldorado« lag. Heute befindet sich an dieser Ecke ein Biomarkt. Der Mann vor dem Laden verkauft die Obdachlosenzeitung »Motz«.

 

Nollendorfplatz

Der U-Bahnhof Nollendorfplatz liegt ganz in der Nähe. Da in dem Stadtviertel um den Nollendorfplatz viele Homosexuelle lebten, hat man diese Gedenktafel am U-Bahnhofgebäude angebracht.

Der Text lautet:

TOTGESCHLAGEN
TOTGESCHWIEGEN
DEN
HOMOSEXUELLEN OPFERN
DES NATIONALSOZIALISMUS
   
  DER »ROSA WINKEL« WAR DAS ZEICHEN
MIT DEM DIE NATIONALSOZIALISTEN
HOMOSEXUELLE IN DEN KONZEN- TRATIONSLAGERN IN
DIFFAMIERENDE
   
  WEISE KENNZEICHNETEN.
  AB JANUAR 1933 WURDEN FAST ALLE RUND UM DEN
NOLLENDORFPLATZ
   
  VERTEILTEN HOMOSEXUELLEN
LOKALE
   
  VON DEN NATIONALSOZIALISTEN
GESCHLOSSEN ODER ZUR ANLEGUNG VON »ROSA LISTEN«
(HOMOSEXUELLEN-
   
  KARTEIEN) DURCH RAZZIEN
MISSBRAUCHT.