GENTOFTE, LYNGBY UND BAGSVÆRD

Jægersborg Alle 93: Bernstorffs Slot, Sommerresidenz der Grafen Bernstorff. 1759 - 1765 von Nicolas Henri Jardin im franz. Klassizismus gebaut. Im vorigen Jahrhundert baulich verändert mit extra Dachgeschoss. Vor dem Eingang Statue von A. P. Bernstoff als Erinnerung an seine Bauernreform. Die Dörfer Gentofte, Vangede und Ordrup gehörten damals den Grafen Bernstorff. Öffentlicher Park, das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich.

Jægersborg Alle 166: Schæffergården, 1747, umgebaut 1765 durch Hoftischlermeister Dietrich Schäffer, Magstræde 6 und als Sommersitz von seiner Familie bewohnt. 1850 Bierbrauerei für bayrisches Bier. Jetzt dänisch-norwegisches Kulturzentrum.

Emiliekildevej 2-4: Palæ Sølyst, gebaut 1724, Hauptgebäude von 1766, errichtet für Just Fabritius.1776 - 1831 im Besitz der Familie Schimmelmann als Sommersitz. Umgebaut 1948. Sitz der Kgl. Skydeselskab. - Wenige Meter zur Küste hin: Emiliekilde, Brunnen von 1780 als Erinnerung an Ernst Graf Schimmelmanns erste Frau Emilie, geb. Rantzau, die 28-jährig an Tuberkulose starb. Nach Zeichnung von Abildgaard von Mogens Koch neu erbaut 1959 - 1961. Die dänische Inschrift ist schwer leserlich.

Hummeltoftevej 187: Frederiksdal Slot. Benannt nach Frederik III., der hier 1668 ein Lustschloss namens Friederichsthal bauen ließ. Neu erbaut 1744 - 1750 auf einem Hügel in Spurveskjul. Geschenk des Königs Christian VI. an den Minister Johann Sigismund Schulin, dem das Grundstück mit Park, Wald, Fischereirechten, Bauernhof und allen Gebäuden 1743 auf Lebenszeit und 1747 für seine Nachkommenschaft übertragen wurde. Architekt unbekannt. 1752 - 53 umgebaut im Rokokostil mit einer Etage, Keller, Mansardengeschoss und zwei Seitenpavillons. Dazu gehörten einst 2 Wirtschaftsgebäude, 1 Stall, 1 Brauhaus, 1 Wäscherei und 1 Remise. Das Schlösschen selber seitdem kaum verändert. Noch heute im Familienbesitz der Grafen Schulin.

Gl. Lundtoftevej: Nördlich der Kirche von Lyngby lagen zwei Häuser, die von dem Zürcher Kaufmann Hartmann Rahn 1751 als Seidenfabrik eingerichtet wurden. Hier wurden importierte Seidenstoffe gefärbt und bedruckt in haltbaren Farben. Finanziert wurde das Unternehmen aus der Privatschatulle Frederiks V. mit 11 000 Reichstalern. 1756 hatte es 30 Beschäftigte, hierunter 10 Maler und 1 Graveur. Rahn heiratete Klopstock Schwester Johanne Viktoria und als die Firma zu scheitern drohte und Rahn aus dem Lande flüchtete, übernahm Bruder August Philipp Klopstock die Fabrik 1757 auf Rechnung des Frederiks Hospital. 1774 kaufte er sie dem Krankenhaus ab, aber ohne Zuschüsse lief die Seidenfabrik nie und 1797 war Schluss mit 13000 Reichstalern Schulden. Die Bearbeitung von Seide war in Dänemark nicht konkurrenzfähig mit den Importen aus u.a. Frankreich.

Lyngby Hovedgade 2: Villa Friboeshvile (18. Jahrhundert). Hier wohnte Attaché G.F. Duckwitz mit seiner Familie von 1941 bis 1953. 1944 fand im Hause eine Besprechung zwischen ihm und Dr. Best auf der einen und Hedtoft, H.C. Hansen und Alsing Andersen auf der anderen Seite statt. Thema: die Verhinderung der Machteskalation von deutscher Seite in Verbindung mit dem dänischen Volksstreik. Viele Menschen in Bedrängnis suchten hier an der Türe oder telefonisch Hilfe. Heute Byhistorisk Samling i Lyngby-Taarbæk

Høstvej 7, Bondebyen: In diesem "Landlyst" genannten Sommerhaus des Apothekers Johann Gottlieb Blau mietete Friedrich Kuhlau 1826 eine Wohnung für seine zahlreiche Familie und einen großen Vorrat von Rotwein. Hier entstand das Libretto von "Elverhøi". Sein zweites Domizil in Lyngby war ein 1831 abgebranntes strohgedecktes Glasermeisterhaus, das an der heutigen Lyngby Hovedgade 50 stand. Der Brand und die dabei verlorenen Noten nahmen den Komponisten so sehr mit, dass er anschließend ins Frederiks Hospital eingeliefert wurde.

Wanderpfad zwischen Frederiksdal und Lyngby Sø: Klopstocks Eiche, in der Nähe des Sees mitten auf einem Pfad entlang der Mølleå. Mit Informationstafel auf Dänisch. 800-jähriger Baum.

Lyngby Hovedgade 4-12: Das heute aus mehreren Grundstücken bestehende Anwesen diente der Familie Tutein als Sommersitz in bester Lage gegenüber von Schloss Sorgenfri. Das elegante zweistöckige klassizistische Sommerhaus war jedes Jahr die Wohnung des Kopenhagener Großkaufmann Peter Tutein, der sich besonders dem gepflegtem Obstgarten widmete. Peter Tutein und seine Frau Pauline geb. Rath verbrachten bis zu ihrem Tode im Jahre 1799 hier die Sommer und nach ihnen bis 1844 ihre Tochter Friederica. Das Ehepaar schrieb ein Tagebuch in Lyngby und zwar in dänischer Sprache. 1873 brannte das Haus bis auf einen Pavillon ab.

Lyngby Hovedgade 28: Hofkupferstecher Johann Martin Preisler kaufte dieses 1748 gebaute Sommerhaus von dem Schweizer Kaufmann Reinhard Iselin 1761 für 1200 Reichstaler. 1796 umgebaut im klassizistischen Stil. Seit 1963 Musikbibliothek der Gemeinde Lyngby. Hier versammelte sich 1770 der Freundeskreis um den Dichter Klopstock anlässlich seines Abschieds von Dänemark. Auch die Söhne Preislers, der Schauspieler Joachim David und der Kupferstecher Johann Georg wohnten hier im Sommerhalbjahr. 1791 musste der alte Preisler das Haus aus Geldnot verkaufen. Auch die Hofprediger Cramer und Bluhme und der Schriftsteller Gerstenberg hatten hier ganz in der Nähe ihre Sommerhäuser.

Kongevej 6: Sorgenfri Slot. Erbaut 1706 von dem deutschen Multikünstler François Dieussart. Schloss im Besitz des Königshauses. Als Schloss Sorgenfrey 1756 der Schwägerin Christians VI., Sophie Caroline Fürstin von Ostfriesland auf Lebenszeit als Witwensitz überlassen. Aber sie starb schon 1764 und es ging als Geschenk an den 12-jährigen Erbprinzen Frederik. Kurzzeitig auch Eigentum des Emporkömmlings Baron von Bolten.

Lyngbyvej gegenüber Merianvej: Bernstorff-Stele von Johs.Wiedewelt 28.8.1783

Strandvejen bei Hvidøre: Emiliekilde, Brunnen von 1780 als Erinnerung an Ernst Graf Schimmelmanns erste Frau Emilie, geb. Rantzau, die 28-jährig an Tuberkulose starb. Nach Zeichnung von Abildgaard von Mogens Koch neu erbaut 1959 - 1961.

Nybrovej 401: Sophienholm Schloss und Park 1768 - 1803. 1790 - 1836 Sommersitz von Großkaufmann Constantin Brun und seiner Gattin Friederike, geborene Münter. Er investierte 60 000 Reichstaler in das Unternehmen (Beim Wiederverkauf erzielte man 1836 ganze 6000 Reichtaler) Der steinreiche Magnat erfüllte seiner Frau alle Wünsche bei der Umgestaltung des Anwesens. Es gab ein Schweizerhaus, eine norwegische Hütte und einen chinesischen Pavillon. Trotzdem war der Umbau im italienischen Villastil durch den Franzosen Ramée nicht in Friederikes Sinn. Die verunglückte dritte Etage war Bruns Idee.Eine Landwirtschaft gab es nicht länger, nur Reitesel als Erinnerung an die römische Campagna. Hier fand im Sommer das gesellschaftliche Leben um die Schriftstellerin und ihre Tochter Ida statt, während der Gatte lieber in der Dronningens Tværgade in Kopenhagen blieb. Nur Gartenskulpturen und das Treppenhaus sind aus dieser Zeit. Im Park die Pyrmonter Allé von ca. 1780, wo die zu Bögen geformten Linden an Frau Bruns Aufenthalt in Bad Pyrmont erinnern sollten. Führender Salon der dänisch-deutschen Kultur 1810 - 1816.